Der Podcast vom Museum für Naturkunde Berlin
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00:00:05: Beats & Bones, der Podcast vom Museum für Naturgründe Berlin wissen aufs Ohr in Kooperation mit der Berliner
00:00:12: Sparkasse.
00:00:14: Es wurde getestet mit der NASA-Mission DART und diese Mission ist mit knapp über sechs Kilometern die Sekunde auf den Asteroid eingeschlagen.
00:00:23: Insofern war die DART-MISSION also auch ein großer Erfolg weil es uns das gezeigt hat eben dass das grundsätzlich funktioniert.
00:00:30: Sechsundsechzig Millionen Jahre lang hatten wir Zeit, aus dem Schicksal der Dinosaurier zu lernen.
00:00:35: Jetzt wäre es natürlich peinlich wenn uns das Gleiche passiert!
00:00:40: Denn da draußen fliegen noch immer Asteroiden durchs All.
00:00:43: Manche entdecken wir früh, manche spät – manche erst, wenn sie schon verdammt nah dran sind.
00:00:50: und wenn einer davon Kurs auf die Erde nimmt brauchen wir keinen Hollywood-Helden.
00:00:55: Wir brauchen Leute wie Dr.
00:00:56: Robert Glutter.
00:00:59: Er ist Physiker und Impact-Forscher am Museum für Naturkunde Berlin.
00:01:04: Er berechnet, was passiert wenn Asteroiden auf die Erde treffen, simuliert Einschläge und arbeitet an Technologien, die im Ernstfall einen Asteroid von seiner Bahn abbringen sollen.
00:01:15: Sein Forschungsgebiet ist also tatsächlich die Erde zu retten!
00:01:20: Und für diese Folge haben wir ihm Verstärkung geschickt – unseren besten Mann.
00:01:25: Lukas Klasinski Eure Mission findet heraus, wie wir den Weltuntergang verhindern.
00:01:31: Die Menschheit zählt auf euch!
00:01:50: Also kann ich mich sicher fühlen oder kann das auch passieren, dass irgendein Asteroid auf mich zusteuert und ihr habt es nicht auf dem Schirm?
00:01:55: Das
00:01:56: ist im Prinzip erst einmal eine größenabhängige Frage.
00:01:59: Weil die großen Asteroiden, die kann man sehr gut beobachten.
00:02:03: Jetzt geht im Prinzip erstmal darüber wie viel Licht wird von so einem Asteroide eigentlich reflektiert.
00:02:08: Und die Großenasteroiden reflektieren einfach viel mehr Licht und deshalb kennen wir da eigentlich die Population ganz gut.
00:02:14: also groß heißt jetzt ich sag mal Kilometer und größer und spreche jetzt sehr hauptsächlich über die Erdbahnenastoriden, also die wirklich sozusagen mal die Erddbahn auch kreuzen oder eher nahekommen.
00:02:24: Ja, wenn man zu kleineren Astoriden hingeht wird das schon schwieriger.
00:02:29: da gibt es dann gewisse Unsicherheiten.
00:02:31: Man hat eine Schätzung wie viele Astoridens es gibt aber da kennt man einfach nicht alle.
00:02:35: Aber wenn wir von einem Kilometer Durchmesser sprechen der wird jetzt nicht verglühen in der Atmosphäre?
00:02:40: Nein
00:02:41: auf keinen Fall.
00:02:42: Das ist was, das gleiche Größe würdest du sagen würde so verglühn.
00:02:46: Was schafft die Atmosphäre?
00:02:47: Also, wir hatten ja schon Ereignisse von geschätzt-fünfzig Meter Astoriden.
00:02:51: Das war Tunguska-Ninzenahrt acht und das Objekt ist in der Atmosphere kaputt gegangen.
00:02:56: also insofern verglühen ja irgendwo.
00:03:00: Es ist ja wie eine Explosion in der atmosphere.
00:03:02: Kann man so viel zu einer Sprengung vorstellen.
00:03:04: Ja genau da sind Millionen von Bäume umgekippt und die thermische Strahlung hatte auch im Prinzip ja die Bäume dort carbonisiert.
00:03:11: Man sieht diese Spuren.
00:03:13: Wie
00:03:13: häufig kommt es eigentlich vor, dass Asteroiden der Erde gefährlich nahekommen?
00:03:17: Ohne das wir sie jetzt mitbekommen... Also
00:03:19: die Frage ist auch hier wieder was heißt eigentlich erstmal gefährlich?
00:03:21: also man sieht eigentlich auch kleine Asteroide wenn Sie sagen mal der Erde nahe kommen oder wenn sie vorbei fliegen das funktioniert eigentlich schon ganz gut dann sind ja auch sehr nah sag ich mal.
00:03:30: aber die sind ja dann wiederum nicht unbedingt gefährlich.
00:03:32: so ein Meter großes Objekt.
00:03:33: da ist es vielleicht eine Frage Ist das ein Eisen- oder ein Gesteinsobjekt?
00:03:38: Das stimmt so ein bisschen die untere Schranke von gefährlich.
00:03:41: Ich sag mal, ein bisschen mehr als einen Meter versus fünfzehn Metern bei Gestein.
00:03:46: Zum Beispiel gab es jetzt Chella Binksk, das ist ein sehr bekanntes Ereignis und das kam sogar überraschend!
00:03:53: Das war erstens klein, hat man eben gesagt.
00:03:55: Klein ist schwer zu sehen und es kam aus Richtung der Sonne.
00:03:58: Was
00:03:59: auch ungewöhnlich ist?
00:04:00: Einfach schwer zu beobachten.
00:04:02: Logisch, weil so viel Licht von der Sonnung kommt.
00:04:04: Und das kam natürlich dann gefährlich nach.
00:04:06: Es ist in die Atmosphäre eingetreten und es gab da also die typischen Sachen, die dann kommen.
00:04:10: Also ein Atmosfereneintritt
00:04:12: d.h.,
00:04:13: Wie bei Meteor auch.
00:04:14: Es gibt diese Stoßwelle erst einmal, es gibt diese Leuchterscheinungen und alles.
00:04:19: Und die Leute haben diese Leuchterscheinung gesehen?
00:04:21: Sind zum Fenster gegangen... ...und dann kam aber eben eine sehr starke Stoßenwelle durch die Atmosphäre,... ...die einfach die Fenster kaputt gemacht hat.
00:04:28: Und da kamen den Leuten also das Fenster in Splittern entgegen.
00:04:31: Da gab's ´tausendfünfhundert Verletzter.
00:04:33: Und es gab auch ne Halle, die eingestürzt ist.
00:04:36: Also insofern ist das sag ich mal schon ne Größe wo es anfängt gefährlich zu werden.
00:04:40: Wie
00:04:41: groß war der nochmal ein Chain?
00:04:42: Zwarzig Meter!
00:04:43: Okay,
00:04:44: es ist ja eigentlich auch ein Wahnsinn dass sich eine Atmosphäre um die Erde gebildet hat.
00:04:47: Die wie einen Schutzschild ist ne?
00:04:49: Also nicht nur nach innen und für uns alles lebenswichtige breit hält sondern auch nach außen wenn man sich das überlegt.
00:04:57: ich finde man macht sich so seit darüber Gedanken Ja Du nix jetzt aber nur du machst dir wahrscheinlich häufiger drüber Gedanken.
00:05:02: also
00:05:02: wir haben jetzt auch im Projekt da geht's nämlich genau darum zu sagen Wie ist eigentlich die Gefahr auf dem Mund durch Einschläge Und erfüllt ja genau dieser Schutzschilt.
00:05:10: Das heißt ja wiederum, dass alles was eben dort runter kommt und das ist ja das was bei uns eine Sternschnuppe zum Beispiel auslöst.
00:05:16: Das ist dort schon gefährlich weil es zwar klein in der Atmosphäre verglüht ist aber auf dem Mond gibt's keine Atmosphere also schlägt das mit der vollen Geschwindigkeit dort ein.
00:05:24: Man kann das auch als Impakblitze beobachten.
00:05:26: Da wird es eine Mission dazu geben, die heißt Lumio... ...da ist das Ziel im Prinzip zu sehen wie viel von diesen ImpakBlitzen sehen wir eigentlich um dann überhaupt zu verstehen oder eine Schätzung zu haben wie viele Objekte schlagen dort eigentlich ein?
00:05:39: und jetzt gab's ja die Artemis-Mission auch von der NASA.
00:05:41: Die haben tatsächlich schon solche Impak Blitzel gesehen.
00:05:44: also das Phänomen ist sowieso auch schon bekannt.
00:05:46: ich habe selbst schon am Teleskop gesessen und versucht welche zu sehen.
00:05:50: aber genau das wäre jetzt eine.
00:05:54: Und ist das gefährlich für uns, wenn was auf dem Mond passiert?
00:05:57: Das ist gefährlich.
00:05:58: Auf den Mond sind diejenigen, die auf dem Mund sind.
00:06:01: Also wenn ich da einen Astronauten habe und das Habitat wird getroffen oder vielleicht auch die Stromversorgung dann muss man gucken wie gefährlich es ist eigentlich und vielleicht vorbeugende Maßnahmen treffen.
00:06:10: Aber
00:06:10: es hätte jetzt keinen großen Einfluss auf uns Wenn der Mond so stark getroffen wird dass er irgendwie in seiner Position zur Erde verrückt wird.
00:06:19: Okay
00:06:19: gut
00:06:20: Also da braucht man ein großes Objekt und das hat was mit der Häufigkeit einfach zu tun, wie viele von diesen Objekten es gibt.
00:06:28: Sowas ist ja früher passiert.
00:06:29: Der Mond existiert ja überhaupt erst wegen einem sehr großen Einschlag auf die Erde.
00:06:33: Das war ja ein maßgroßes Objekt aber das sprechen wir ja von ... vier Komma fünf Milliarden Jahren zucker.
00:06:40: Also der Mond ist ein Sprit davon der Erde?
00:06:42: Also das ist Gegenstand der Forschung.
00:06:43: Ja also der Mond isst ja eine Zusammensetzung der Erde sehr ähnlich.
00:06:47: Und da ist jetzt die Frage, ist das jetzt Erdmantel-Material?
00:06:50: Was mit auf dem Mond sich befindet?
00:06:53: oder waren die beiden Körper sehr ähnlich am Anfang.
00:06:56: Also das ist aktuelle Forschung.
00:06:57: Okay, da sind wir dran.
00:06:59: Wie kommt es eigentlich, dass ein Asteroid plötzlich die Umlaufbahn verlässt und auf die Erde zu steuert also so im All einfach rumfliegt?
00:07:06: weil meistens kreisen doch Asteroiden eher in irgendwelchen Gürteln rum.
00:07:11: oder habe ich da was falsch verstanden?
00:07:13: Genau!
00:07:13: Es gibt den Asteroidingürtel zwischen Mars und Jupiter Aber ich habe ja schon von Erdnaden Asteroiden gesprochen.
00:07:20: Also das passiert, dass Asteroide ungelenkt werden auf eine andere Umlaufbahn und dann der Erde eben doch nahekommen können.
00:07:27: Und da gibt es verschiedene Mechanismen.
00:07:29: also entweder ist das einfach ein Vorbeiflug an einem Planeten hat man so eine Wechselwirkung im Gravitationsfeld und das lenkt die Bahn um.
00:07:36: So was nutzt man auch bei Missionen, dass man Springbys macht und dann erinnert sich die Flugbahn von der Sonne.
00:07:42: Einschläge bringen natürlich auch eine plötzliche Änderung von der Flugbahn.
00:07:46: Aber wie nachdem wir dann die beiden Körper im größten Verhältnis zueinander sind, da können beide kaputt gehen dadurch oder der Größere überlebt das vielleicht hat aber eine Bahnänderung und ein Krater zusätzlich Und langfristigere Prozesse sind der Jakowski und der Jorbeffekt, die dann im Prinzip die Bahn über lange Zeit beeinflussen durch Wiederabstrahlung.
00:08:07: Also die wärmen sich ja oft von der Sonne sozusagen und dann strahlen diese Wärme wieder ab in den Weltraum hinein aber eben nicht in Richtung Sonne sondern die Objekte rotieren ja und bewegen sich etwas um das ... Die nettoe Richtung wie da eine kleine Kraft über lange zeit wirkt führt nochmal zu einer Bahneninnung.
00:08:19: Ein
00:08:20: bisschen wie die Pinne am Segelboot ganz leicht verändern und dann wird über die Zeit das Ziel oder die Umlaufbahn sehr krass verändert.
00:08:28: Ist das Objekt denn dann auch näher oder weiter weg von der Sonne, wenn es sich wieder auflädt?
00:08:33: Ja
00:08:33: klar.
00:08:33: Es ist auch eine Frage des Abstands zur Sonne.
00:08:35: wie viel da haben wir aufgenommen wird ja.
00:08:37: Wir haben gerade vom Eintritt in die Atmosphäre gesprochen.
00:08:40: Wieviel Masse verliert denn so ein Asteroid Wenn er In Die Atmosphere eintritt und zerbröselt beziehungsweise Da gibt's ja im Prozess Und Dann Irgendwann Aufschlägt?
00:08:52: also wie kann ich mir das vorstellen wenn Jetzt ein Objekt kommen würde, was so fünf Meter groß ist.
00:08:57: Wie viel Masse würde das verlieren?
00:08:58: Also da kommen wir wieder zu den Folgen eigentlich zurück weil es hängt auch miteinander zusammen.
00:09:02: wenn wir jetzt einfach nur über Sternschnuppe sprechen Das ist wie gesagt ja nicht gefährlich.
00:09:06: bei großen also bei Feuerkugeln kann man ja sogar Metoriten dann teilweise finden.
00:09:10: aber da geht so auf jeden Fall weit über neunzig Prozent der Masse verloren bis hin zu Neunzehn Prozent so irgendwie in dem Dreh.
00:09:17: Wenn ich jetzt ein großes Objekt habe Dann kommen wir irgendwann an die Grenze, also bei Eisen früher oder bei Gesteinen später von der Größe.
00:09:24: Denn schaffen sie es auch durch die Atmosphäre und ein Krater entsteht.
00:09:29: Und da bleibt dann deutlich mehr Masse erhalten um diese Kratterbildung überhaupt zu verursachen.
00:09:34: Und irgendwann sind die Objekte so groß dass die Atmostphäre im Prinzip keine Rolle spielt.
00:09:39: Also je größer das ist.
00:09:41: Aber
00:09:41: da sind wir dann wirklich bei sehr großen Objekten, weil das ein sehr schneller Prozess ist und die Masse des Astorien einfach viel größer im Vergleich zu dem... Denn
00:09:47: drückt er sich so schnell durch und kann ja nicht mehr geschliffen werden sozusagen?
00:09:51: Ja also das was da an der Oberfläche passiert vernachlässigbar für die Gesamtgröße.
00:09:55: Also
00:09:55: wenn richtig große Abjekt angeflogen kommt wird quasi gar nicht soviel von der Ober flächern abgetragen Und dann drückt er sich durch und dann war es das.
00:10:03: Im Prinzip ja, ich habe ja vorhin Tunguska angesprochen also dass man ein Fünfzig Meter Objekt einfach um jetzt nochmal eine Zahl in ihren Raum zu stellen Das ist in der Atmosphäre kaputt gegangen.
00:10:12: Fünfzig
00:10:13: Metern.
00:10:13: Es ist da kaputtgegangen, vaporisiert geschmolzen usw.
00:10:16: hat sich als diese Wolke auch weiter noch Richtung Erde bewegt, Richtung Erdboden aber vor allem diese ganze Energie kaskadenartige Zerstörung des Objekts.
00:10:26: Also im Prinzip muss man sich hervorstellen, das dringt in die Atmosphäre ein.
00:10:30: Es entsteht einen hoher Druck der so groß ist dass er die Festigkeit des Asteroidens übersteigt und dann geht er kaputt.
00:10:36: es entstehen viele Fragmente die alle selbst wiederum mit der Atmosphere wechselwirken und erneut kaputt gehen können weil sie sind ja durch dieses Zerbrechen da nicht plötzlich abgebremst.
00:10:44: also immer noch sehr sehr dynamisch der Prozess Und dann geht es so kaskadenartig weiter und dann hat man eine sehr große Wechselwirkungsfläche plötzlich mit der atmosphere wenn ziemlich stark diese kleinen Fragmente dann abgebremst und übertragen damit aber ihre energienden Impulse auf die Atmosphäre.
00:10:59: Fünfzig Meter, das ist auf jeden Fall größer als der Planet des Kleinen Prinzen!
00:11:04: Was wäre denn eigentlich schlimmer?
00:11:05: Ein Asteroideneinschlag auf Land oder im Meer?
00:11:09: Und warum?
00:11:10: Also auf Land gibt es wahrscheinlich die größere Druckwelle und beschädigt mehr Gebäude.
00:11:14: Im Wasser könnte eine Flutwelle entstehen und die kann wieder Wie so ein Tsunami?
00:11:18: Die
00:11:19: Flutwelle, da würde ich sagen.
00:11:21: Das wäre schön das noch ein bisschen weiter zu simulieren und zu erforschen wie es eigentlich genau wechsel wird also ob jetzt, ich sag mal so einen Airburst dann so ein tsunami auslösen kann oder bis er sozusagen einen Einschlag im Wasser ist der dann diesen Tsunamis auslöst und wie stark sich so eine Tsunamie auch verbreitet.
00:11:36: Also die Frage ist ja beim Tsunamin, wie groß ist die Welle die eigentlich in welchem Abstand wann irgendwo auf Land trifft.
00:11:43: Das ist ja dann das was den Schaden dort verursacht.
00:11:45: Auf Land Können wir ja ganz klar sagen, dass auch kleine Objekte schon einen Schaden verursachen können?
00:11:52: Auch wenn es vielleicht nicht so wahrscheinlich ist.
00:11:54: Das ist also die Frage... Wenn ich ein drei Meter Eisenobjekt habe oder eben so'n Objekt wie Celia Binks explodiert das oder das Eisenobjekt würde ja ein Grater sogar verursachten klein.
00:12:04: Aber passiert das sozusagen über einer Stadt, über eine dicht besiedelten Region oder über wichtige Infrastruktur dann können diese kleinen Objekte große Schäden verursachen.
00:12:12: Insofern ist das nicht ganz klar, um einfach zu beantworten.
00:12:16: Aber diese Effekte gerade an Land – daran haben wir auf jeden Fall schon intensiv gearbeitet, das vorherzusagen weil Werden ja vollen auch schon überlegt wie kann man das eigentlich sehen dass so ein Objekt kommt?
00:12:26: Und da hat die ESA uns nämlich gefragt und beauftragt, im Prinzip eine Software zu entwickeln.
00:12:30: Also wissenschaftliche Seite haben wir dabei gesteuert um vorher zu sagen was eben dann passiert wenn jetzt gar nicht so viel vorwand Zeit eigentlich existiert.
00:12:37: Wenn man sagt ich habe jetzt eine Woche Zeit und ich weiß das Objekt ist so groß und so schnell und das Material ist Steineisen wie auch immer Was passiert denn dann eigentlich?
00:12:46: Dann haben wir dieses Frühwarnsystem entwickelt, um eben genau diese Effekte auf Land abschätzen zu können.
00:12:51: Das heißt dieser Stoßwelle, wie weit bereitet sich die aus, thermische Strahlung, wie stark ist da das Problem und können Krater entstehen.
00:12:58: Lass
00:12:58: uns noch mal kurz darauf eingehen was der Einschlag auslöst!
00:13:01: Wir hatten eine Schockwelle ne?
00:13:02: Ja, in der Atmosphäre haben wir diese Stoßenwelle also eine Luftwelle sozusagen mit hohen Drucks, die sich ausbreitet.
00:13:07: Kann
00:13:08: ich mir das so ein bisschen vorstellen wie wenn nicht zu nahe einer Böller-Explosion dran bin... ja
00:13:12: so in die Richtung im Prinzip.
00:13:14: stärker ist.
00:13:15: Also wir nutzen auch Vergleiche, also von den Nukleartests.
00:13:18: im Prinzip das ist ja auch eine Explosion entweder unterirdisch oder in der Luft ist das ja passiert teilweise unter Wasser und da wird halt viel Energie an einem Ort freigesetzt und löst dann diese Effekte aus.
00:13:30: Und wie haben die thermische Strahlung bei einem Einschlag?
00:13:34: Genau!
00:13:34: Also einmal wie gesagt beim Atmosphären-Eintritt selbst.
00:13:36: Das wird ja richtig heiß da, es ist ein sehr dynamischer Prozess.
00:13:40: Das Material verdampft ja teilweise oder schmilzt nach Phase auch.
00:13:45: Ähnliches haben wir bei der Kraterbildung, wenn das Objekt durch die Atmosphäre durchkommt und immer noch schnell genug ist.
00:13:50: Dieser hohe Druck breitet sich im Material aus hinterlässt sozusagen eine Restgeschwindigkeit in dem Material, die dann diese Kratterbildung auslöst.
00:13:58: Und es kann auch Klimafolgen haben?
00:14:00: Ja!
00:14:00: Auch hier ist das wieder eine Größenabhängige Frage aber das ist ja im Prinzip die gängige Erklärung für das Ausstärm der Dinosaurier.
00:14:08: Da gibt es den Chicxulup Grata, der Yucatan-Halbinsel in Mexiko.
00:14:13: Es ist ein Grater, der ist ca.
00:14:14: eineinhalb Kilometer groß und die gängige Theorie ist im Prinzip dass dort einen zehn Kilometer vielleicht ein bisschen größer Asteroid eingeschlagen ist.
00:14:24: Und da gibt's bestimmt das Zielgestein wo er eingeschlagen wird.
00:14:28: Das steht aus Calzit anhydrit Und da sind im Prinzip auch Erosole freigesetzt worden, oder auch Gase CO² zum Beispiel.
00:14:36: Oder Sulfat-Aerosole die Klima aktiv wirken können.
00:14:40: Außerdem entsteht viel, viel Staub bei so einem Einschlag.
00:14:43: und da gibt es Modellierungen von Kollegen aus Potsdam vom Klimafolgenforschungsinstitut.
00:14:48: Das ist Julia Brugger, die das gemacht hat als Erstautor.
00:14:52: Sieht man?
00:14:52: Es ist sehr dramatisch wirklich was dem Modell nach passiert ist.
00:14:55: Da ist die Durchschnittstemperatur an Land um über zwanzig Grad in den Folgejahren gesucht.
00:15:00: Das ist heftig.
00:15:01: Kann man sich ganz gut vorstellen, dass das dann auch ein Ausstärkerheignis auslösen kann?
00:15:05: Was war denn der größte Einschlag der Erdgeschichte?
00:15:08: War es, dass große Aussterben auf der Halbinsel Yucatan?
00:15:12: oder gab's einen größeren Einschlag auf der Erde?
00:15:14: Wir hatten ja vorhin über den Mondbildenden-Einschlag gesprochen.
00:15:17: Natürlich hat sich die Erde dramatisch dadurch verändert und jetzt könnte man ja philosophisch fragen, ist das denn noch dieselbe Erde?
00:15:23: Aber im Prinzip, ja, das war ein riesiger Einschlag wobei der Mond dann entstanden ist.
00:15:27: also da ist ein mausgroßes Objekt eingeschlagen.
00:15:29: Untersucht ihr auch Krater?
00:15:30: Ja.
00:15:31: Wir fahren unregelmäßig, sage ich mal, auch in Krater und untersuchen die dann bei Exkursionen.
00:15:37: Zum Beispiel waren wir im Montoraki-Krater in Schiele oder Kollegen von mir waren auch im Zermanschinkrater.
00:15:46: Ensesheim im heutigen Frankreich, fourteenhundertzweiundneunzig – ein ganz normaler Novembertag!
00:15:56: Bis plötzlich ein Stein aus dem Weltall auf einen Ackerkracht.
00:16:04: Hunderte Menschen pilgern dorthin und graben einen Meteoriten aus Und weil damals noch keiner ein Smartphone dabei hatte, malte Albrecht Dürer ihn später auf die Rückseite seines Gemäldes büßender Heiliger Hieronymus.
00:16:20: Fünfhundert Jahre später haben wir technisch ein kleines Upgrade bekommen!
00:16:24: Heute können wir Asteroiden entdecken, ihre Flugbahn berechnen und im Ernstfall sogar versuchen sie von ihrem Kurs abzubringen.
00:16:32: Das Ganze hat einen Namen der verdächtig nach Science-Fiction klingt Planetare Verteidigung Und die gibt es wirklich.
00:16:40: Lukas, genug Vermittelalter!
00:16:42: Ab jetzt wird im All zu Bricke shopst – also Abflug bitte!
00:16:49: Welche Möglichkeiten gibt es denn uns aktiv vor Asteroiden zu schützen?
00:16:54: Gibt's da irgendwelche Luftabwehrsysteme?
00:16:55: Ja, das ist eine Frage wie viel Zeit habe ich eigentlich.
00:17:00: Jetzt haben wir schon über diese Frühwarnvariante mit sehr wenig Zeit gesprochen.
00:17:04: Da bleibt ja im Prinzip nur dass man Leute evakuiert.
00:17:07: Das heißt, die ESA würde sagen, da kommt was.
00:17:09: Gibt es einen Katastrophenschutz weiter?
00:17:11: Was die erwarteten Folgen sind?
00:17:13: und dann kämen so übliche Katastrofenschutzmaßnahmen.
00:17:16: Wenn wir aber deutlich mehr Zeit haben also brauchen wir schon ein paar Jahre und das Objekt ist jetzt vielleicht von einer Größenordnung von hundert Metern oder so.
00:17:22: Da gibt es etwas, dass haben ja schon getestet.
00:17:25: Und zwar wäre das ein kinetischer Impactor als im Prinzip Ein Aufprall von einer Sonde auf ein Asturiden um den Impuls der Sonne auf den Asturinen zu übertragen.
00:17:35: Alles
00:17:35: Physik ne!
00:17:37: Und du hast Physik studiert.
00:17:38: War dir eigentlich klar, dass du damit irgendwann den Weltraum erforschen willst?
00:17:42: Oder kam das später?
00:17:42: also... Du hättest ja auch Ingenieur werden können und irgendwo ganz anders arbeiten können.
00:17:47: Also ich fand Weltraum immer faszinierend grundsätzlich.
00:17:49: Wenn man sich diese ganzen interstellaren Nebel anschaut gibt es so schöne Sachen, das sind wunderschöne Bilder.
00:17:55: Das hat schon eine Faszination!
00:17:58: und die Richtung würde ich gerne was machen.
00:18:00: Und Planetensystem aber dann konkret, also ich meine, ich hätte jetzt auch irgendwie... Schwarze Löcher
00:18:04: erforschen können?
00:18:05: Schwarze
00:18:05: Löcher ist auch super spannend!
00:18:07: Aber da hatte ich dann irgendwann das Gefühl auch ja vielleicht ist das im Planetenssystem früher, sage ich mal direkt praktisch irgendwie relevant für irgendwas, was wir direkt machen wollen.
00:18:17: Ja und vielleicht nochmal eine andere Frage wie stehst du zu Filmen wie Interstellar?
00:18:21: kannst du das gut gucken?
00:18:23: oder der Astronaut mit Ryan Gosling?
00:18:26: Oder denkst du dir, das ist jetzt falsch oder eine Zentrifuge?
00:18:30: Da muss immer ein Gegengewicht, wenn man die anschmeißt.
00:18:32: Und das hatten die nicht gemacht im Film!
00:18:34: Also guckst du einen Film so oder guckste einen Film auch aus der Entspannung
00:18:37: heraus?!
00:18:37: Ich bin ja Psychologe und da bekomme ich immer die Frage Kannst Du mit Menschen nochmal reden oder analysierst Du die ganze Zeit?
00:18:43: Ich kann mit Menschen noch mal reden aber gleichzeitig fallen mir vielleicht andere Sachen auf wie es bei Dir... Ich gucke
00:18:47: eigentlich ganz gerne Science-Fiction-Filme Aber ich habe schon auch Spaß dran, wenn es dann eher so ein Science-fiction-Film ist also mit zum bisschen mehrwissenschaftlichem Anteil, wo das dann irgendwie wirklich sinnvoll auch alles ist.
00:18:59: Aber ich gucke da jetzt nicht unbedingt bei jedem Science-Fiction-Filmen und so geht es ja gar nicht.
00:19:03: Manchmal braucht man auch ein paar schöne andere Komponenten.
00:19:07: Ich habe zum Beispiel The Expanse geschaut, fand ich sehr toll!
00:19:10: Und die versuchen in der nicht allzu ferne Zukunft darzustellen... Kann man jetzt streiten, was nicht allzu fern ist?
00:19:16: natürlich.
00:19:16: Aber da gibt es dann auch genauso Sachen.
00:19:19: Das kauft man dann halt ab und dann ist gut so.
00:19:21: Was glaubst du gibt es irgendwann in der Zukunft aus deiner Sicht als Physiker?
00:19:25: Was wir uns noch gar nicht richtig vorstellen können.
00:19:27: Ja
00:19:27: das ist eine schwere Frage!
00:19:29: Wir können auch drüber sanieren, ob eine Mondbasis wirklich kommen wird.
00:19:34: Es gibt definitiv Missionen, die jetzt zum Mond aufbrechen.
00:19:37: Aber wenn wir eines Tages hochblicken und dann ist die Nachtseite auf dem Mond beleuchtet wie auf der Erde schaut bei Nacht ... Das ist Science-Fiction immer noch.
00:19:49: Billiard ist eigentlich ganz einfach!
00:19:52: Winkelberechnend Kugel anstoßen hoffen dass sie dahin rollt wo sie soll.
00:19:57: Die NASA dachte sich machen wir nur mit einem Asteroiden.
00:20:02: Zwei-tausend zweiundzwanzig raste die Datsonde mit mehreren Kilometern pro Sekunde auf den Asteroidemot Die Morphos zu.
00:20:11: Ihr einziger Auftrag
00:20:12: Treffen!
00:20:13: Jahrelange Forschung, Millionen Kilometer Anreise hochpräzise Technik alles für einen einzigen sehr teuren Stoß und der hat gesessen.
00:20:25: Zum ersten Mal ist es der Menschheit gelungen die Bewegung eines Himmelskörpers gezielt zu verändern.
00:20:31: Billiard im All kennen wir also und einer, der an diesem Stoß mitgerechnet hat sitzt heute bei uns.
00:20:37: Lukas du bist wieder an der Reihe!
00:20:40: Und bitte denkt dran die Erde ist die Kugel, die nicht ins Loch soll.
00:20:45: Der muss ja dann recht groß sein... Die
00:20:47: Sonde oder der Asteroid?
00:20:48: ...die Sonde.
00:20:49: Die muss ja eine gewisse Masse haben sonst wird ja die Bahnen von dem Asteroiden gar nicht beeinflusst.
00:20:55: oder als wenn ich ne Stecknadel auf irgendwie ein Basketballwerfe, dann wird sich der Basketball genauso weiterdrehen.
00:21:01: Gleichzeitig stelle ich es mir richtig vor dass der Impact auch ganz ganz klein sein kann um die Abweichung so zu beeinflussen das die Erde verfehlt?
00:21:09: Ja
00:21:09: also deshalb auch der Zeitaspekt.
00:21:11: Also einerseits braucht man natürlich die Zeit um überhaupt erstmal eine Raumsonde zu bauen.
00:21:15: wir haben jetzt nichts im All was eigentlich mal flugbereit ist und sofort gestartet werden kann.
00:21:19: Wobei wir bauen gerade... Das ist jetzt ne europäische Mission.
00:21:23: auf Basis Eine andere Mission wird die Ramses-Mission vorbereitet.
00:21:27: zum Astoriden Apophis.
00:21:28: Apophus kommt zwanzig, neunundzwanzig.
00:21:31: Das heißt ein sehr kurzes Zeitfenster um so eine Mission überhaupt zu starten und zu bauen usw.
00:21:37: Und das funktioniert eben jetzt für Ramses gesehen weil dass viele Komponenten von einer anderen Mission auf die wir ja gleich noch zu sprechen kommen können nützt.
00:21:44: also alleine dafür braucht man schon Zeit und dann muss man mit dieser Sonde noch zum Astroriden kommt.
00:21:49: und dann kommt genau dieser Punkt wie viel Effekt habe ich eigentlich.
00:21:53: Je mehr Zeit ich habe, desto kleiner kann der Effekt sein, dass er über die Zeit eine große Wirkung entfaltet.
00:22:01: Das ist eine kleine Bahnenänderung am Anfang und sich aufsummiert über diezeit.
00:22:04: Und zum Punkt wie groß muss die Raumsonde sein?
00:22:07: Zum Glück ist das ja nicht nur der Impuls der Raumsunde, die jetzt in einer Rolle spielt.
00:22:12: Da kommt unsere Forschung auch wieder rein – unsere Anschlagssimulationen und Experimente, die wir durchführen.
00:22:17: Die wesentliche Frage dabei ist auch... Wie groß ist der Krater und wie viel Material wird dabei ausgeworfen?
00:22:24: Das kann man sich im Prinzip, wie bei so einem Raketentriebwerk vorstellen.
00:22:27: Wenn ich da jetzt ein Material hinten auswärfe bewegt sich die Rakete in die andere Richtung Und genau das Gleiche passiert beim Asteroiden ja auch.
00:22:34: D.h.,
00:22:34: je mehr Material ausgeworfene wird desto stärker es nochmal zusätzlich zu den Raumsonne, zu deren Impulsübertrag die Bahnänderung oder Impulsennderungen von dem Asteroid einfach nur durch die Kraterbildung des Materialauswurfes.
00:22:45: Ah okay!
00:22:46: Ja...das ergibt Sinn.
00:22:47: Also versucht man wahrscheinlich viel Materialauswurf beim Landen zu erzeugen?
00:22:52: So möchte ich sage mal nicht landen, weil es wurde getestet mit der NASA-Mission DART.
00:22:57: Und diese Mission ist mit knapp über sechs Kilometern die Sekunde auf den Asteroid eingeschlagen und die Sonne ist kaputt.
00:23:04: natürlich also insofern so möchte ich nicht lande.
00:23:07: Weil dann kommen wir erst in dieses Regime wo man eben so eine Krater Auch hier wieder, dieser Energieübertrag.
00:23:13: Diese Punktquelle von Energie, die dann zu diesen ganzen Gratterbildungsprozessen führt – das ist mit der Stoßwelle was wir eben schon angerissen hatten -, da entsteht also ein großer Grater und es wird viel Material ausgeworfen.
00:23:23: Insofern war die Datemission auch ein großer Erfolg weil es uns gezeigt hat, dass das grundsätzlich funktioniert und da wurde auch viel mehr Bahnenänderung durch die Gratterbildung erzeugt als durch den Raum Sonne selbst wahrscheinlich.
00:23:35: Also wir haben da so ein Wert Momentum Enhancement im Englischen, also im Prinzip sowas wie die Effizienz der Übertragung des Impulses.
00:23:42: Eins heißt ich habe nur den Impuls der Raumsonde übertragen und bei Dat sind wir wahrscheinlich in einem Bereich von zwei bis vier.
00:23:50: Das heißt der Rest alles was übereinst ist kommt durch dieses Materialauswurf.
00:23:54: Ach okay!
00:23:55: Und wie groß kann ich mir eine Sonde vorstellen?
00:23:58: Im Vergleich zu dem Asteroid, den ihr getestet habt?
00:24:03: Kühlschrank groß, also so
00:24:05: klein.
00:24:05: Ja genau und hat man natürlich die Solarpaneele dann sieht das nochmal ein bisschen größer aus.
00:24:10: und der Asteroid wurde es getestet wurde können wir jetzt auch mal Namen geben ist ja ein Binäresystem mit dem Hauptasteroiden Dedimos und dem kleineren Begleiter Dimorphos.
00:24:19: Dedimos ist so siebenhundert noch was Meter groß und Dimorphous um die Hundertsiebzig, also der ist ein bisschen unregelmäßig geformt von fünfzehn bis hundertsechzig Meter.
00:24:28: Und das hat auch einen Sinn, dass man so ein Binäresystem ausgesucht hat.
00:24:32: Weil dann kann man ja recht zügig sehen wie groß diese Bahnänderung eigentlich ist.
00:24:35: Das sieht man ziemlich schnell während der Umlauf um die Sonne.
00:24:39: Es sind viel größere Bahnen und da die Änderungen zu bestimmen ist natürlich ein bisschen... längerfristig.
00:24:43: Ja, okay!
00:24:44: Du arbeitest nun auch mit der NASA zusammen?
00:24:46: Ist das ein wahrgewordener Traum so als Weltraumforschender?
00:24:49: Ja...
00:24:50: Das
00:24:50: ist auf einer Party sagen zu können?
00:24:51: Ja also ich würde sagen es gibt einem schönes Gefühl dass man hier was Wichtiges macht.
00:24:55: Also NASA genauso möchte aber auch ESA sagen.
00:24:58: Die europäische Raumfahrtagentur.
00:25:00: Das habe ich mir schon irgendwie gewünscht ja.
00:25:02: Es finde ich schön, dass das zugekommen ist.
00:25:04: Erzähl gerne mal was du bei deinem aktuellen Projekt machst.
00:25:07: worum geht's da?
00:25:09: Datteam also das was ich jetzt schon erzählt habe und es gibt auch eine nachfolge Mission von der ESA.
00:25:14: Das ist die Herer mission, ich hab vorhin Ramses kurz angesprochen.
00:25:17: Hera isst die Mission Die sozusagen ähnlich aufgebaut ist von den Komponenten wie Ramses Und hera fliegt zum gleichen system wie dat aber eben nicht um dort einzuschlagen sondern in das ganze System zu charakterisieren.
00:25:31: Wir haben ein paar Sachen bei dat selbst schon gesehen.
00:25:33: Es gab auch einen kleinen CubeSat der sozusagen dann mit Daten mitgeflogen ist, etwas vorher ausgesetzt wurde aber an dem System vorbeigeflogen.
00:25:41: Und dadurch haben wir ein paar Eindrücke von dem Einschlag selbst und noch mehr vom System auch.
00:25:46: Es gibt Teleskop-Beobachtungen man hat ja so verschiedene Ansätze Aber Hera wird wirklich hinfliegen und sagen können So sieht es jetzt aus.
00:25:54: Ist das ein Krater den wir durch Dat verursacht haben?
00:25:57: Ist das vielleicht was größeres eine globale Deformation?
00:26:01: Und das ist eine ganz spannende Frage.
00:26:03: Hera wird vieles messen, was uns nochmal Antworten liefern kann für und die Frage konkret, was mache ich ja eigentlich?
00:26:09: Um dann eben mit Modellen zu schauen... Ich simuliere sozusagen Astoriden-Einschläge also auch Künstliche im Prinzip.
00:26:16: Das heißt wir nutzen eines Software, die unter anderem bei uns am Museum auch entwickelt wird.
00:26:20: IceHail heißt die.
00:26:21: Und können dort verschiedene Materialeigenschaften einstellen.
00:26:24: Also das Material Eigenschaften heißt sowas wie Festigkeit zum Beispiel.
00:26:27: Wie fest ist so'n Astorid, wie porös isst er?
00:26:31: Und dann kann man das Modell laufen lassen.
00:26:34: Also da sind so ein paar grundlegende physikalische Gleichungen, die da drin stecken im Prinzip und diese ganze Stoßwellen-und Impact Physik abbilden.
00:26:43: Für gegebene Einschlagsgrößen ist es wie ein Experiment in Prinzip auch.
00:26:47: Ich kann ja irgendetwas vorher sagen, dass soll meine Einschlaggeschwindigkeit sein.
00:26:51: ich nehme einen Projektil, das hat die Dismaterial, die Größe Und dann sehe ich was rauskommt.
00:26:56: Je nachdem, was raus kommt kann ich ja sagen ob diese Materialeigenschaften auch wirklich zu dem was wir beobachten mit Hera in einem Asteroidensystem Ob das denn dann stimmt?
00:27:05: Das heißt wir lernen etwas durch die ganzen Randbedingungen die hera beobacht wird Auch über den Material eingeschafft also wie dass in unseren Modellen dann zusammen funktioniert
00:27:14: und ob ein modell genau genug ist.
00:27:16: Ja
00:27:16: bzw eben wir können was über die Material Eigenschaften aussagen.
00:27:19: ja
00:27:19: okay
00:27:20: um diesen Krater zu bekommen den wir beoberten muss sich eine gewisse Annahme ins Modell stecken.
00:27:26: Das heißt, damit das passt kann ich ja wiederum rückfolgern dass das eine mögliche Lösung ist.
00:27:30: Es ist vielleicht nicht die einzigste aber es ist auf jeden Fall einer möglichen.
00:27:33: Und
00:27:33: das ist alles computersimuliert heutzutage oder?
00:27:35: Also das was ich jetzt gerade meinte ist computersimulate.
00:27:39: also wir haben auch ein Rechenplastermuseum.
00:27:40: wo wird das alles laufen lassen und rechnen?
00:27:43: Wir nutzen aber tatsächlich auch Experimente, um zum Beispiel die Modelle zu validieren.
00:27:47: Um zu gucken ob denn das... also ne weil das war ja eben die Frage, ob wir was über das Modell lernen?
00:27:52: Wir schauen, ob das, was wir im Modell haben, ob diese ganzen Prozesse wirklich im Experiment genauso ist und ob wir das nachbilden können, um zu sagen Ja, das Model funktioniert eigentlich ganz gut!
00:28:01: Und da haben wir verschiedene Partner.
00:28:03: Also wir haben in der HERA-Mission Partner Zum Beispiel in Madrid oder auch München.
00:28:08: Wir haben aber auch andere Projekte schon gehabt, wo wir mit anderen Partnern zusammengearbeitet haben.
00:28:11: Da ist ja auch eine Frage, welche Geschwindigkeit erreicht man zum Labor?
00:28:16: Das allerhöchste der Gefühle ist da ca.
00:28:18: zehn Kilometer die Sekunde mit zwei Stufen Leichtgas-Kanonen.
00:28:22: Das sind schon große aufwendige Anlagen.
00:28:25: Wenn wir jetzt feststellen sollten, Asteroid rast auf die Erde zu wie lange würden wir überhaupt brauchen um so ne Sonne zu bauen und die loszuschicken wenn alle mithelfen?
00:28:32: Was würdest du sagen was wäre das schnellste nach dem... Stand jetzt?
00:28:35: Typischerweise braucht das schon Jahre.
00:28:38: Also ich habe vorhin Ramses angesprochen, Abhof es kommt im Jahr zwanzig neunundzwanzig,
00:28:42: d.h.,
00:28:43: da muss Ramses ja schon fliegen und jetzt haben wir zwanzzig sechsundzwzig, dass ist nicht viel Zeit.
00:28:47: Da höhe ich schon sozusagen, dass das wirklich eine anstrengende Aufgabe für alle die ist, die sozusagen dieses Raumschiff bauen müssen.
00:28:54: Und das sind jetzt so zwei drei Jahre wie sie das bauen können vielleicht ein bisschen weniger, das muss ja noch getestet werden typischerweise.
00:29:00: Ich weiß nicht was man da jetzt genau weglassen kann.
00:29:02: Vielleicht kann man, wenn man da mehr Geld reinsteckt auch Sachen beschleunigen.
00:29:06: Aber das stecke ich nicht tief genug drinne.
00:29:08: Aber Ramses ist jetzt nicht gefährlich für die Erde?
00:29:10: Das ist eher so ein Test der... Apophis
00:29:11: ist der Asteroid.
00:29:12: Ramses isst die Mission, die hinfliegt.
00:29:13: Und Apophus ist nicht gefährlig.
00:29:15: Der war auf der Risikoliste aber es wurde dann nach Beobachtung rausgefunden dass er eben nicht gefährig ist und an der Erde vorbeifliegen wird.
00:29:24: Das ist ein enger Vorbeiflug.
00:29:26: Man kann das dann mit bloßem Auge auch sehen.
00:29:28: Ich glaube, jetzt will ich nichts Falsches sagen, ich glaube es ist aber ein Freitag der dreizehnte April, zwanzigneinundzwanzig.
00:29:34: Das war natürlich so ein besonderes Datum in Freitagen der Dreizehnte und wenn ich jetzt sage mit bloßen Auge kann man den sehen heißt dass das einfach ein Leuchtpunkt ist ja über dem Himmel zieht.
00:29:43: Wie modelliert man eigentlich so einen Einschlag damit die Sonne dann auch trifft?
00:29:48: Es sind sich bewegendes Objekt am Himmelskörper, da ist er ein bisschen wie Todentauben schießen mit Sonden.
00:29:55: Das klingt nach einer komplizierten
00:29:56: Matheaufgabe.".
00:29:59: Ja, also das ist nichts was ich selbst mache weil in meinen Modellen kann ich ja genau definieren bei einem Experiment kann man natürlich auch sagen gut zielen und so weiter und dann ist es alles lange eingestellt.
00:30:08: da trifft man ja in der Regel auch als ein Modell so immer sein Ziel.
00:30:12: die Datemission da ist es ja noch ein bisschen etwas anderes.
00:30:15: da wurde getestet ob die Menschheit in der Lage ist so einen Astoridenautonom zu treffen.
00:30:21: Weil die Sonne ist ja relativ weit weg, das kann man jetzt nicht ins Ziel fliegen mit einem Joystick oder so.
00:30:26: Das Signal braucht einfach zu lange auch zwischen den beiden.
00:30:29: Das wurde mit Sicherheit auch simuliert und irgendwie getestet.
00:30:32: Da gibt es eine gewisse Software, sag ich mal, die geschrieben Was man gemacht hat ist im Prinzip, wir hatten eine Kamera als Navigationskamera und die visiert dieses Asthorinensystem erst einmal an.
00:30:43: Hat so einen hellen Lichtpunkt.
00:30:45: Erst mal sieht man nur ein Punkt obwohl es zwei Asthorinen sind weil man doch soweit wächst.
00:30:48: Und dieser Punkt wird dann versucht im Zentrum eigentlich das Bildes zu behalten.
00:30:52: Das heißt denn wenn die Steuerdüsen angesprochen, sodass immer nachjustiert wird... ...und circa eine Stunde vor dem Einschlag hat sich dann sozusagen dieser Lichtpunkt wirklich in zwei Punkte aufgelöst.
00:31:03: Also dann konnte man dann erst wirklich sehen wo jetzt der zweite, der kleinere Asteroid ist.
00:31:08: Und dann hat die Software auf diesen Kleineren umgeschaltet und versucht diesen immer im Zentrum zu behalten.
00:31:13: Wow!
00:31:14: Schon sehr komplex – und die Reise dorthin… Ist ja wahrscheinlich auch recht lang, ne?
00:31:19: Wie lange war die Dat-Sonde denn ungefähr unterwegs bevor sie in Asteroiden traf.
00:31:22: Dat war ein bisschen weniger als ein Jahr unterwegs und Hera aber zum Vergleich fliegt ja zum selben System wird Ende des Jahres ankommen und hat dann aber zwei Jahre gebraucht dorthin.
00:31:33: Das ist aber auch ein Unterschied weil dat ist ja einfach mal eingeschlagen.
00:31:36: Das ist vergleichbar mit Fly-by Mission, also wo man einfach nur vorbeifliegt.
00:31:40: Da muss man dann nicht irgendwie den Orbit so anpassen... Also es ist schon komplex genug und das will ich nicht sagen, dass es einfach ist.
00:31:45: aber wenn ich jetzt wie Tera wirklich in den Orbits oder beim System bleiben will, dann muss man ja auch mal viel genauer mit dieser Bahn gucken, damit man mit der richtigen Geschwindigkeit ankommt, dass man da nicht auch einfach nur vorbei fliegt.
00:31:57: Und diese ganze Arbeit ne?
00:31:58: Es ist ja in einem Bruchteil von einer Sekunde vorbei, wenn das einschlägt.
00:32:03: Und klar, dann misst man noch und gewinnt seine Daten und guckt was der Impact war und was es ausgelöst hat.
00:32:08: Aber es ist ja trotzdem so ein großes Ereignis wahrscheinlich, wenn man da mit so einem großen Team dran geforscht hat und dass dann wirklich passiert... Wie war's für dich eigentlich den Einschlag oder den Treffer zu sehen?
00:32:18: Das fand ich sehr spannend!
00:32:19: Das war ja nachts bei uns nicht so spät nachts also ich bin auf jeden Fall wach geblieben Und hab mir das auch angeguckt.
00:32:25: Ich glaub, es war ein Uhr nachts oder sowas?
00:32:27: Ja und dann ist man dabei hat so lange an sowas gearbeitet, hat irgendwelche Sachen modelliert und gerechnet... ...und plötzlich sieht man aber dieses System wirklich mit eigenen Augen.. Also die Bilder natürlich!
00:32:39: Aber sozusagen ein ganz neues unbekanntes System, das ist schon faszinierend.
00:32:45: Weil ja es ist einfach eine neue Welt auch Überraschung mit sich bringt und mit dem Einschlag selbst endet natürlich nicht die Arbeit.
00:32:52: Da fängt es ja dann erstmal wieder an, da kann man ja sehen was ist eigentlich passiert?
00:32:55: Und dann müssen wir gucken welche von unseren Modellen passen und welche Modelle müssen wir vielleicht noch rechnen?
00:33:00: Wie wahrscheinlich ist es für uns dass das jemals in Kraft treten wird, dass wir die Arbeit von euch so wirklich dringlich in Anspruch nehmen müssen in Lebzeiten der Menschen
00:33:08: Das ist eine größte abhängige Frage.
00:33:11: Auch das wieder.
00:33:12: Also unsere Arbeit sage ich mal für diese Frühwarnung auf der Erde Das ist schon eher wahrscheinlich, also ich habe hier auch eine Statistik für ganz kleine Sachen.
00:33:24: Hier steht das vier Meter Objekte zum Beispiel kommen jedes Jahr.
00:33:26: Das ist aber eigentlich keine Gefahr außer aus Eisen vielleicht.
00:33:29: Seht man die?
00:33:30: Ja ne?
00:33:30: Also vier Meter sieht man schon und es ist sehr gut eigentlich ja.
00:33:33: Wir hatten jetzt z.B vor zwei Jahren war das den Ribbeckmethoriten der Ribbecksfall.
00:33:38: Und das war ja unter einem Meter ein großes Objekt.
00:33:41: Das wurde sogar vorher beobachtet drei Stunden vor dem Eintritt in die Atmosphäre.
00:33:45: Es wurde beim Eintritt beobachtet und wir haben es dann bei Rebek auch gesammelt und gefunden, aber zurück zu der anderen Frage.
00:33:52: also so ein zwanzig Meter Objekt das wird im Jahrhundert schon zürcher statistisch einmal vorkommen d. h., also wir kennen ja jetzt die genaue Anzahl auch nicht, da ist eine hohe... Also gerade in der großen Klasse ist eine riesige Unbekannte, also hier gibt's irgendwie Millionen von den Erdnahen Asteroiden Und das kann also auftreten.
00:34:10: Statistisch einmal im Hundertjahr, vielleicht sind es zwei oder drei.
00:34:13: Da gibt's auch eine gewisse Unsicherheit noch für diese Statistik und wenn wir jetzt aber zu so größeren Sachen gucken dann sind das bei hundertsechzig Metern alle fünfundzwanzig tausend Jahre.
00:34:22: Das ist nicht so
00:34:24: wahrscheinlich.
00:34:24: Gut
00:34:25: da hast du mich ein bisschen beruhigt.
00:34:26: Sehr
00:34:26: gut!
00:34:27: Jetzt kommen wir zu einem bekannten Abschnitt für unsere treuen Hörerinnen.
00:34:31: Dieser Podcast wäre ja ohne unseren Partner die Berliner Sparkasse nicht möglich.
00:34:35: Und auf dem Instagram-Account der Berliner Sparkasse und des MFM Berlin seit ihr, liebe Hörerinnen schon vor der nächsten Beats & Bones Folge gefragt.
00:34:43: Dort gibt es von uns ein Reel mit einer Schätzfrage bei der ihr miteraten könnt.
00:34:47: Die Antwort liefern wir dann hier im Podcast selbstverständlich mit fachgundiger Erklärung von den Expertinnen des Museums.
00:34:54: lieber Robert kannst du uns die Schätzfrage auflösen wie viele Asteroidenmission hat die Menschheit ungefähr schon gestartet?
00:35:01: A, zehn bis zwanzig oder B, dreißig bis fünfzig?
00:35:05: Antwort A ist richtig.
00:35:06: Zehn bis zwanzig und damit zähle ich jetzt auch wirklich nur Asteroidemission also nichts was irgendwie zu Kometen geflogen ist das natürlich auch sehr spannend.
00:35:14: aber nur Astroidenmission und ich habe jetzt elf gezählt aktuell die schon sag mal durchgeführt worden sind die aber zu mehreren Asteroiden.
00:35:21: also alleine da hat er zwei Asteroide gesehen die zum ehren Asteroids Geflogen sind.
00:35:26: drei sind am Laufen und weitere sind ja in der Planung wie eben diese Ramses Mission.
00:35:31: Und bei den schon durchgeführten Missionen ist z.B.
00:35:34: auch Osiris Rex oder Hayabusa zu nennen, Hayabuse eins und zwei.
00:35:38: die haben sogar Proben zur Erde zurückgebracht.
00:35:40: von diesen Asteroiden und von Hayabusal II haben wir auch am Museum Proben untersucht.
00:35:45: Wow Robert dann lohnt es sich auf jeden Fall mal wieder im Museum vorbei zu schauen.
00:35:49: vielen Dank dass du da warst.
00:35:50: sehr gerne danke.
00:35:57: Nach Asteroiden, Einschlägen und planetarer Verteidigung wird es beim nächsten Mal ein Pannumand kleiner.
00:36:04: Aber nicht weniger existenziell!
00:36:06: Es geht um Pangoline – Schuppentiere.
00:36:09: Sie gehören zu den am stärksten illegal gehandelten Säugetieren der Welt.
00:36:14: Und darum wie Menschen in Pretoria, Nairobi und Berlin gemeinsam eine Ausstellung über sie entwickeln von Planetary-Defense zur Pangolin-Difense.
00:36:24: quasi Beats & Boots ist immer ganz vorne dabei.
00:36:28: Bis dahin, die Menschheit darf also erst einmal weitermachen!
00:36:31: Nutzt die Chance – wir hören uns schon bald wieder!